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Protest Gegen Windpark Düke „Die haben unser Dorf plattgemacht“

Ruhwarden Wenn er früher von der Spätschicht kam, hat sich Helge Dierks gerne noch kurz auf die Terrasse gestellt, um eine Zigarette zu rauchen. Früher, das war die Zeit, bevor in Düke die großen Windräder aufgestellt wurden. Heute verzichtet der Reitlander auf sein Feierabendritual. Auf der Terrasse seines Hauses an der Hinterstraße, von dem der Windpark nur einige hundert Meter entfernt liegt, ist es ihm zu laut geworden. „Die haben unser Dorf plattgemacht“, sagt Helge Dierks verärgert. So wie er empfinden auch viele andere Bewohner die Windkraftanlagen als noch viel schlimmer, als sie es sich je ausgemalt hatten.

Der Lärm, den die Windräder verursachen, sei noch bis in die Sonnenstraße zu hören, klagt Silke Trolldenier, die mit ihrem Mann Klaus dort wohnt und eine Galerie betreibt. Meike Schindler, Vorsitzende des Bürgervereins Ruhwarden und ebenfalls in der Sonnenstraße wohnend, bestätigt das. Sie sagt, dass es besonders schlimm bei Wind aus West/Südwest sei. Und der weht meistens in dieser Gegend.

Jeweils 149,38 Meter hoch sind die drei Anlagen des Typs Enercon E82-E2, die die vier Gesellschafter der Windpark Düke GmbH & Co haben errichten lassen. Vor zwei Wochen hatten sie zusammen mit den Kollegen aus Kampen die Eröffnung der Windparks gefeiert. „Wir haben keinen Grund zum Feiern, wir sind die Betroffenen“, sagt dazu Ursula Löffler, die in der Hinterstraße wohnt und vor Meike Schindler den Bürgerverein geleitet hatte.

Die Ruhwarder protestieren gegen den Windpark. Sie wissen, dass es dafür längst zu spät ist, hoffen aber, dass sich die Situation zumindest noch verbessern lässt.
Bild: Detlef Glückselig

Nervige Blinklichter

Als eine Belastung empfinden viele Ruhwarder die Anlagen nicht nur des Lärms wegen, der von ihnen ausgehe, sondern auch wegen der roten Blinklichter. In den Debatten der politischen Gremien hatten SPD und Grüne seinerzeit angeregt, dass an den Anlagen eine bedarfsgerechte oder doch zumindest abgeschirmte Befeuerung installiert wird. Das ist nicht geschehen.

Es wird aber noch geschehen. Das jedenfalls sagt Bernd Oetken, Sprecher der Windpark Düke GmbH und Co. KG. Die jetzigen Blinklichter sollen gegen eine bedarfsgerechte Befeuerung ausgetauscht werden, sobald ein solcher Austausch wirtschaftlich vertretbar ist. Das sei auch eine Auflage des Landkreises, so Bernd Oetken.

Nach Auskunft des Sprechers steht noch die Endabnahme der Windkraftanlagen durch einen unabhängigen Sachverständigen aus. Dabei soll auch die Stellung der Rottorblätter überprüft werden. Möglicherweise ist noch eine Feinjustierung möglich und erforderlich, die dann auch zu einer Reduzierung der Schallentwicklung führen könnte, sagt Bernd Oetken. Er lädt alle Kritiker des Windparks ein, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, um ein klärendes Gespräch zu führen.

Bald noch schlimmer?

„Uns ist wichtig, dass die Investoren einen Betrieb dieser Dinger hinbekommen, der für uns erträglich ist“, sagt Lucie Meyer-Mönnich. Sie hatte am 27. Oktober 2016 in der entscheidenden Sitzung, in der der Gemeinderat den Weg für die Windparks in Düke und Kampen freigemacht hatte, eine Erklärung namens „resignierter Bürger und Bürgerinnen aus dem Dorf Ruhwarden“ verlesen. Ohne Erfolg. Nun sind die Bürger nicht mehr nur resigniert, sie sind auch verärgert. „Unsere Lebensqualität ist weg“, sagt Helge Dierks. Und es könnte noch schlimmer kommen.

Bei zwei der vier alten Windkraftanlagen in Düke, die der EWE gehören, besteht die Möglichkeit eines Repowerings, einer Aufrüstung also. Lucie Meyer-Mönnich hat die Information, dass die beiden kleinen Anlagen gegen Windräder ausgetauscht werden sollen, die einen noch größeren Rotordurchmesser als die drei neuen Anlagen haben. Das dürfe nicht passieren, appellieren die Ruhwarder an alle Verantwortlichen.