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Samtgemeinde Dransfeld: Anwohner haben Angst vor Windrädern

[Samtgemeinde Dransfeld: Residents concerned about wind turbines]

Dransfeld. Sie fürchten Riesenwindkraftanlagen dicht an ihren Häusern, Lärmbelästigung und generell negative Auswirkungen für ihre Orte: Anwohner der bisher im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Dransfeld als Windvorrangflächen eingezeichneten Gebiete machten ihrem Unmut und ihren Befürchtungen am Dienstag in der Dransfelder Stadthalle Luft.

Anlass war die Sitzung des Dransfelder Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt: Der Ausschuss bereitete eine Stellungsnahme der Stadt Dransfeld zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Dransfeld vor. Dazu war der Planer Gerd Kruse vom Büro Elbberg eingeladen und stellte den Zwischenstand der Planung vor, der allerdings noch viele Fragen offen ließ.

Das Gebiet zwischen Bördel und Jühnde, so Kruse, werde nun doch wieder kleiner als zwischenzeitlich geplant, sodass es noch für maximal fünf große Windräder ausreichen würde. Die Situation für den Standort einer Bürgerwindanlage bei Imbsen sei unklar, dort würden die Abstände knapp. Man müsse die Bewertung des Landkreises abwarten, der einen Abstand von 1000 Metern zur Besiedlung fordere. Gegen die Fläche bei Varlosen seien viele Bedenken von Bürgern eingegangen. Dort sei noch alles offen, von einer Reduzierung auf Null bis zur jetzigen Größe. Allerdings wären hier noch aufwendige Untersuchungen nötig. Die Fläche bei Scheden würde die Samtgemeinde gern herausnehmen, denn sie war ohnehin schon sehr klein und schrumpfe weiter, nachdem die Telekom mitgeteilt habe, dass eine Richtfunkspur genau dort hindurch führe.

Noch alles im Fluss mit vielen Ungewissheiten lautete im Grunde die Botschaft. Die zahlreichen Gäste in der Stadthalle indes befürchteten, von der Planung überrumpelt zu werden und am Ende die Leidtragenden zu sein, das wurde aus den Redebeiträgen deutlich. So kritisierte einer, dass der Investor, der am Ende Windkraftanlagen baue, die Arbeit des Planungsbüros bezahle und befürchtete Parteilichkeit. Planer Kruse: „Wer Baurecht haben will, muss die Planung bezahlen, das wäre sonst auch sehr teuer für die Gemeinde.“ Es sei ausgeschlossen, dass der Vorhabenträger später Schadenersatzansprüche stellt, wenn das Gutachten etwa nicht in seinem Sinne ausfällt.

Thomas Galla, Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister, erläuterte, die Samtgemeinde beauftrage ein Büro, die Interessen der Samtgemeinde wahrzunehmen. Das Büro arbeite mit gängigen Werten und dem, was der Landkreis vorgibt. Galla erinnerte daran, dass die Samtgemeinde einen Grundsatzbeschluss gefasst habe, Flächen für Windenergie auszuweisen. Man wolle sich nun ein Meinungsbild verschaffen, die Planung überarbeiten und werde dann zu einer Podiumsdiskussion einladen, kündigte er an. (tns)